Lokale Agenda 21Versuch einer Klärung von Begriffen und Zusammenhängen in einer allgemein verständlichen Form. Was bedeutet "Lokale Agenda 21"?
Woher stammt dieser Begriff?1992 fand in Rio de Janeiro die "UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED)" statt. Im Vordergrund stand dabei das Thema "Umwelt- und Naturschutz". Von den Teilnehmern wurde in der sogenannten "Agenda 21" vereinbart, daß das Erdklima international geschützt werden soll. Das wohl bekannteste Stichwort in diesem Zusammenhang sind die sogenannten "Treibhausgase", wie z.B. Kohlendioxid (CO2), deren Entstehung deutlich verringert werden muß. Global denken - lokal handelnDa die Umwelt vor der eigenen Haustür beginnt, ist jeder Bürger aufgefordert, sich an dieser Aufgabe zu beteiligen. Und da die Kommune (Stadt, Gemeinde) die Einheit ist, die der Bevölkerung am nächsten ist, wird in der "Agenda 21" gefordert, daß jede Kommune eine "Lokale Agenda 21", also ein ortsbezogenes Konzepte zum Schutz der Umwelt für die Zukunft, auszuarbeiten hat. "Nachhaltige Entwicklung"Dieser Begriff wird heutzutage oft im Zusammenhang mit der Lokalen Agenda genannt. Dabei kennt man diesen Begriff, bzw. den Begriff "Nachhaltigkeit" bereits seit langem in der Forstwirtschaft. Bereits 1795 schrieb Georg Ludwig Hartig, daß die Wälder so zu nutzen seien, "daß die Nachkommenschaft ebensoviel Vorteile daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet". Oder anders ausgedrückt: Es dürfen immer nur so viele Bäume geschlagen werden, wie in einem bestimmten Zeitraum wieder nachwachsen können. Auf den privaten Haushalt eines Bürgers übertragen würde dies bedeuten, daß man immer nur von den Erträgen seiner Arbeit lebt. Man gibt also nie mehr aus als man hat. Jede Aufnahme eines Kredites würde die Nachhaltigkeit stören, denn dann müßte man in der Zukunft die Schulden der Vergangenheit abtragen. Mit der Aufnahme des Kredites könnte man sich dann zwar momentan mehr "leisten", dafür in der Zukunft aber weniger. Schonender und bewußter Umgang mit den natürlichen Resourcen"Natürliche Resourcen", das ist alles was uns die Natur an Nutzbarem bietet: Luft, Wasser und Nahrung zur Befriedigung unserer Grundbedürfnisse, aber auch Baustoffe und sogenannte "Energieträger" wie z.B. Erdöl, Kohle oder Gas. Nur bei einer nachhaltigen Entwicklung ist sichergestellt, daß auch noch spätere Generationen den gleichen Nutzen aus der Natur ziehen können wie wir. Auch sie sollen genügend (gute) Luft, Wasser und Nahrung vorfinden, sowie all die anderen Dinge, die für ein angenehmes Leben benötigt werden. Daher müssen wir uns bewußt werden, wie sich unser heutiges Verhalten und unsere heutigen Entscheidungen auf die Welt in 50 oder 100 Jahren auswirken. Wir dürfen keinen "Natur-Kredit" aufnehmen, den unsere Kinder und Kindeskinder dann zurückzahlen müssen, indem sie beispielsweise mit schlechterer Luft, schlechterem Wasser oder schlechterer Nahrung leben müssen. Wir müssen herausfinden, wo wir mit unserem Verhalten "im Minus liegen" und Wege finden, die uns aus dieser Lage wieder herausbringen. Soziale und Wirtschaftliche AspekteIn der Wirtschaft steht der Gewinn an vorderster Stelle. Die Einnahmen aus dem Verkauf eines Produktes müssen höher sein als die Kosten, die im Zuge der Herstellung entstehen. Und Umweltschutz kostet in der Regel Geld, und wird daher von der Wirtschaft nur akzeptiert werden, wenn sich die Kosten dafür in bestimmten Grenzen halten. Dies sollte beim Ausarbeiten eines Konzeptes immer mit berücksichtigt werden. Eng verknüpft mit dem wirtschaftlichen ist auch der soziale Aspekt. Jeder Mensch hat seine Vorstellung von einem angenehmen Leben. Wenn es aber für einen Teil der Bevölkerung schwierig wird, dieses angenehme Leben führen zu können, weil es auf Grund des Umweltschutzes einfach zu teuer wird, wird es schwierig, eine breite Zustimmung für einen Schutz der Umwelt zu bekommen. Das Zieldreieck der Agenda 21Es gibt eine einfache Leitfrage mit der sich grob einschätzen läßt, inwieweit Entscheidungen und Projekte im Sinne der "Agenda 21" sind: Welche Auswirkungen hat es auf die Wirtschaft, die Umwelt und das Zusammenleben der Menschen? Dieser Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Umwelt und dem Menschen wird in einem Dreieck dargestellt:
Das Ziel der Agenda 21 ist es, alle 3 Bereiche gewinnen zu lassen.
Weitere Informationen zu diesem Thema: Lokale Agenda Stuttgart: Deutsche Übersetzung der in Rio beschlossenen "Agenda 21". encontur: Übersicht der Agenda Prozesse in deutschen Kommunen.
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